SpVgg Erkenschwick - Sportfreunde Lotte 2:0 (05.06.05)

Haupttribüne des Stimbergstadions Am letzten Spieltag der Oberliga Westfalen kommt es mit der Partie zwischen der SpVgg Erkenschwick und den Sportfreunden aus Lotte zwar zu einem Aufsteiger-Duell, viel mehr verbindet beide Vereine jedoch nicht. Während die Gäste 2004 mit dem Sprung in die Oberliga den größten Erfolg der Vereinsgeschichte verbuchten, ist mit der SpVgg einer der traditionsreichsten Vereine der Region nach harten Jahren wieder in die Viertklassigkeit zurückgekehrt. Noch 1981 war Erkenschwick Bestandteil der zweigleisigen 2. Bundesliga, viele Gladbacher werden sich auch noch an das DFB-Pokalspiel vor 15000 Zuschauern im Stimbergstadion gegen den damaligen Regionalligisten am 3. August 1993 (2:0) erinnern. Wenige Jahre später ging es jedoch bergab: 1999 der Abstieg in die Oberliga, 2000 gar der Gang in die Verbandsliga. Nach vier Spielzeiten ist zumindest dieses Kapitel wieder Geschichte. Und immerhin: Wie auch der Mitaufsteiger Lotte hatte die SpVgg im ersten Jahr keine Probleme mit dem Klassenerhalt, so dass es heute nur um die viel zitierte "Goldene Ananas" geht.

Ca. 500 Zuschauer sind dennoch an den Stimberg gekommen und werden zumindest in der ersten Halbzeit belohnt. Genauer schon in der ersten Minute, gehen die Gastgeber doch mit dem ersten Angriff nach exakt 19 Sekunden in Führung. Wenig später ist mit dem 2:0 schon die Vorentscheidung gefallen - die Gesänge der mitgereisten Lotte-Fans verstummen fortan, während die recht zahlreichen Anhänger der "Stimberg-Knappen" die zweite Halbzeit dazu nutzen, ihre scheidenden Spieler zu feiern.

Das Stimberg-Stadion ist mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Zuschauern derzeit das größte der Oberliga Westfalen (kommende Saison nimmt diese Position wieder der Lokalrivale Westfalia Herne ein) und allemal einen Besuch wert. Das nach einem 156 Meter Hohen Hügel im benachbarten Wald von Erk benannte Rund, in dem dereinst auch der "Das Wunder von Bern"-Regisseur Sönke Wortmann aktiv war, überzeugt in erster Linie durch seine mächtige Haupttribüne. Doch auch abseits der 2500 Zuschauern Platz bietenden und komplett überachten Tribüne ist die ehemalige Hindenburg-Kampfbahn ein Blickfang, bietet sie doch rundherum einen mehr als ausreichenden Ausbau an Stehplätzen.

Positiv auch, dass das heutige Spiel nicht allein verfolgt werden muss. Schon am Bahnhof Recklinghausen (Erkenschwick ist nicht ohne Grund auch als "Nest ohne Bahnhof" bekannt), spricht mich Dynamo Dresden-Fan und Hopper Mario an, der das gleiche Ziel hat wie ich und mit dem schließlich auf kurzweilige Art das Spiel verquatscht wird. An dieser Stelle noch einmal einen Gruß!