Mariza 1921 Plowdiw - FK Sadowo 2:0 (15.09.2018, Treta Liga)

Stadion Mariza Plowdiw

Plowdiw ist 2019 Kultur-Hauptstadt Europas, Hauptstadt der Stadion-Kultur ist es schon jetzt. Es gibt:

Tribüne im Stadion Mariza Plowdiw
- zwei Erstliga-Stadien, klar
- dazu das Plowdiw-Stadion, immerhin das größte Bulgariens
- das sehenswerte Todor-Diew-Stadion von Sartak Plowdiw
- und das ebenfalls sehr schöne, heute besuchte Mariza-Stadion

und wenn man so will auch noch:

- ein römisches Stadion mit 30.000 Plätzen unter der Fußgängerzone
- und natürlich das antike Theater, das Wahrzeichen der Stadt

Fluss, Verein, Stadion

Dann also mal los, heute wurde im Mariza-Stadion gekickt. Mariza heißt in Plowdiw der Fluss, Mariza heißt der Verein, um Mariza heißt auch das Stadion. So einfach kann das manchmal sein.

Unkraut
In Plowdiw ist Mariza nach Lok und Botew die dritte Kraft, 1997 war der Klub noch Erstligist und Pokal-Halbfinalist. Im Sommer 2018 stieg der Jugendverein des späreren Weltstars Christo Stoitschkow aber aus der 2. Liga ab. Derzeit läuft das Projekt Wiederaufstieg.

3 Lewa, 500 Zuschauer

3 Lewa (1,50 Euro) kostet der Eintritt, schon das Eingangstor lässt das Herz höher hüpfen. Innendrin geht das Klopfen weiter: Eine kleine, einfach nur kultige Tribüne mit 85 blauen und gelben Sitzschalen. Daneben Bänke, die ihre besten Tage längst hinter sich haben. In der Kurve massig Grünzeug, das die Bänke bereits überwuchert hat. Und gegenüber schließlich wieder halbwegs gepflegte Sitzreihen. Eine Wucht!

Noch mehr Unkraut
Das offizielle Fassungsvermögen liegt bei 5000, was aber wohl dem schlechten Zustand geschuldet ist - wäre alles in Schuss, passten locker 15.000 in das Rund. Der Bedarf ist freilich wesentlich geringer, heute kommen gut 500 Zuschauer (mehr als beim Erstligaspiel gestern), ein paar drücken auch dem Gast aus dem nur 15 Kilometer entfernten Sadowo die Daumen. Das macht sich freilich nur am Raunen bemerkbar - angefeuert wird keine der beiden Mannschaften.

2:0 nach sieben Minuten

Nach sieben Minuten steht es bereits 2:0, was mich auf ein Schützenfest hoffen lässt. Leider spielt Mariza danach etwas arrogant, sodass bis zum Schluss keine Tore mehr fallen. Naja, es gibt schlimmeres.

Nach Schlusspfiff hieß es dann: Hinein in die Altstadt Plowdiws, wo das Auge ebenfalls reichlich Nahrung erhält. Den Titel der Kulturhauptstadt Europas hat sich die Stadt an der Mariza - die flussabwärts übrigens fast die komplette Grenze zur Türkei bildet - redlich verdient.

Eingang am Stadion Mariza  500 Zuschauer  Tribüne Mariza Plowdiw